ZIRKELSCH(L)USS

Ausstellung / Installation
Museum für Sepulkralkultur
17:00 - 1:00 Uhr

Gewalt und Krieg sind Formen der Auseinandersetzung, die menschliche Zivilisationen seit ihren Anfängen prägen. In Form von Aggression und Expansion oder Verteidigung und Aufrüstung bestimmen sie einen großen Teil politischer Gestaltungsmöglichkeiten. Wie kann ich mich schützen? Was darf ich präventiv tun, um mich zu verteidigen? Wie verhindere ich, dass mein Schutzbedürfnis andere bedroht und sie zur Aufrüstung drängt? Individuen und Nationen müssen sich diesen Fragen permanent und unter wechselnden Vorzeichen stellen.
Die Ausstellung ZIRKELSCH(L)USS zeigt aktuelle Foto- und Video-Arbeiten von Herlinde Koelbl, Jens Umbach und Dieter Huber im Kontext des immerwährenden Themas „Krieg und Gewalt“.

Herlinde Koelbl hat in ihrer umfassenden Arbeit „TARGETS“ dokumentiert, worauf Soldaten schießen, wenn sie das Töten lernen. Zielvorstellungen und Abbilder des Feindes werden zu einer Einheit, die dem Gegner ein Gesicht geben. Wie oft muss man auf das Abbild des Feindes geschossen haben, um ihn im Kriegsfall treffen zu können?

Dieter Huber zeigt in seiner Serie „#STRIKE“ ästhetische Fotografien von Einschusslöchern, von kriegsauslösenden Treffern bis hin zu Testschüssen, die anziehend und abstoßend zugleich wirken. In ihrer formalen Ästhetik sind sie gleichzeitig Ausdruck roher Gewalt. In seiner ebenfalls präsentierten Serie „#SURVEILLANCE“ reflektiert Huber mit den Mitteln computergenerierter Bilder über die Ausbeutung des menschlichen Sicherheitsbedürfnisses. Er thematisiert das Spannungsfeld von Freiheit und Sicherheit sowohl auf einer individuellen als auch auf einer gesellschaftlichen Ebene.

Die Fotoserie „THE AFGHANS“ von Jens Umbach entstand in der Nachfolge des Projektes „AFGHANISTAN“, das 2014 im Museum für Sepulkralkultur präsentiert wurde. Wie zuvor die Streitkräfte der Bundeswehr fotografierte er nachfolgend die afghanische Bevölkerung. So distanziert Umbachs fotografische Position auf den ersten Blick wirken mag: In ihr zeigt sich das gleiche Mitgefühl und große Respekt, mit dem sich auch die Ausstellung dem Thema von Gewalt und Krieg stellen möchte.



Museum für Sepulkralkultur
Jens Umbach THE AFGHANS © Jens Umbach
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